News

Shifaaz shamoon / Unsplash

13.11.2019

Ein Ozean voller Daten

In der Meeresforschung müssen immer größere Datenmengen analysiert werden. Dafür bildet die „Helmholtz School for Marine Data Science“ künftig einen neuen Typus mariner Datenwissenschaftler aus

Kick-off für MarDATA am GEOMAR

Foto: Jan Steffen/GEOMAR
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des MarDATA-Kickoff am GEOMAR. Foto: Jan Steffen/GEOMAR

In der Meeresforschung müssen immer größere Datenmengen analysiert werden. Dafür soll an der in Kiel neu gestarteten „Helmholtz School for Marine Data Science“ (MarDATA) zukünftig ein neuer Typus mariner Datenwissenschaftler ausgebildet werden. Die beiden führenden Meeresforschungseinrichtungen in Deutschland, das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel werden gemeinsam mit ihren Partneruniversitäten in Bremen und Kiel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesem Feld ausbilden.

Die Zeiten von Lochkarten und handschriftlichen Datentabellen sind in der Wissenschaft schon lange vorbei. Datensätze, ob aus Strömungsmessungen vom Forschungsschiff, aus Klimasimulationen auf Supercomputern oder auch aus der (Bio)informatik und Robotik werden stetig größer und komplexer. Um sich in dieser Datenwelt zurechtzufinden und deren volles Potenzial abzurufen, erfordert es Spezialisten, die neben der grundlegenden Qualifikation in den Datenwissenschaften auch über eine naturwissenschaftliche Zusatzausbildung verfügen. Die beiden führenden Meeresforschungseinrichtungen in Deutschland, das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel bieten deshalb jetzt an der „Helmholtz School for Marine Data Science“ gemeinsam mit ihren Partneruniversitäten eine entsprechende Ausbildung von Doktoranden an. Ziel ist es, die bei den Promovierenden vorhandene Expertise in den Computer- und Datenwissenschaften durch grundlegende meereswissenschaftliche Ansätze zu erweitern, so dass mit „Big Data“ Methoden neue Informationen aus dem umfassenden Schatz von meereskundlichen Daten erhalten werden können.

„Die Projekte der ersten MarDATA-Kohorte decken nahezu das gesamte Portfolio meereswissenschaftlicher Themengebiete an GEOMAR und AWI ab und bieten das Forschungsumfeld sowie die spannenden und drängenden Fragestellungen im Bereich Ozean und Klima. Die Kooperation mit den Universitäten sorgt dabei für das notwendige methodische Knowhow“, erklärt der Sprecher von MarDATA, Professor Arne Biastoch vom GEOMAR. „Das Konzept ist für beide Seiten vorteilhaft. Wir erhalten Lösungsansätze und die Kolleginnen und Kollegen an den Universitäten bekommen konkrete Anwendungen für die aktuelle Forschung im Bereich von Big Data“, so Biastoch weiter.

Im Rahmen der durch die Helmholtz-Gemeinschaft geförderten und am GEOMAR koordinierten, Doktorandenschule können in den kommenden sechs Jahren insgesamt bis zu 40 Promovierende am GEOMAR und am AWI ausgebildet werden. „In der ersten Bewerbungsrunde konnten wir insgesamt 15 Stellen, neun am GEOMAR und sechs am AWI, besetzen“, erläutert Dr. Enno Prigge, der als wissenschaftlicher Projektkoordinator die Doktorandenschule vom GEOMAR aus organisiert. „Für die kommenden Jahre ist eine weitere Rekrutierungsrunde geplant, dann könnten sogar 25 Kandidatinnen und Kandidaten eingestellt werden“, so Dr. Prigge weiter.

Parallel zu der Auswahl der Promovierenden der ersten Kohorte wurde das wissenschaftliche Programm der Graduiertenschule entwickelt. Die breite Ausbildung in Blockkursen, Sommerschulen und Kolloquien wird dabei disziplinübergreifend durchgeführt und soll zu wissenschaftlichen Ergebnissen und einer innovativen Behandlung meereskundlicher Daten führen, erklärt Projektkoordinator Prigge. Ferner soll eine Verknüpfung mit der Helmholtz Information & Data Science Academy (HIDA) und den fünf weiteren Helmholtz Information & Data Science Schools (HIDSS) in ganz Deutschland ausgebaut werden.

download